Indikatoren der UN-Nachhaltigkeitsziele – erst seit 7/2019 ist das deutsche Portal dazu online!

Dort werden Daten zu den 244 Indikatoren der Ziele für nachhaltige Entwicklung für Deutschland ausgewertet und dargestellt. -> siehe hier: https://sustainabledevelopment-germany.github.io/


5 Kernbotschaften der Agenda2030 im Detail -> Link


Die Präambel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung benennt fünf Kernbotschaften, die den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals. SDGs) als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt sind: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft (englisch: People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership – „5 Ps“) und verdeutlichen die Zusammenhänge zwischen den Zielen.

Die Politik des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) orientiert sich an diesen Kernbotschaften. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit den Partnerländern nach dem Prinzip einer globalen Partnerschaft, zu der jeder etwas beiträgt. Deutschland übernimmt mit diesem entwicklungspolitischen Engagement Verantwortung für globale nachhaltige Entwicklung.

  • Die Würde des Menschen im Mittelpunkt (People):
    Eine Welt ohne Armut und Hunger ist möglich

    Rund zwei Milliarden Menschen können kein würdevolles Leben führen, weil sie nicht genug zu essen haben oder weil ihre Ernährung zu einseitig ist. Das BMZ trägt entschlossen dazu bei, Armut und Hunger in allen Formen und Dimensionen weltweit zu beseitigen. Alle Menschen sollen sich nach ihren Fähigkeiten und Neigungen entwickeln und so ihr volles Potenzial ausschöpfen können. Das BMZ legt in seiner Arbeit ein besonderes Augenmerk auf die Menschenrechte, die Reduzierung von Ungleichheit und die Verbesserung der Lebenssituation besonders benachteiligter Bevölkerungsgruppen, vor allem in Konfliktländern und den am wenigsten entwickelten Ländern (Least Developed Countries, LDCs).
  • Den Planeten schützen (Planet):
    Klimawandel begrenzen, natürliche Lebensgrundlagen bewahren

    Der Klimawandel bedroht bisherige Entwicklungserfolge und gefährdet die Zukunftsperspektiven aller Länder. Die Agenda 2030 verpflichtet uns, den Planeten zu schützen, damit auch künftige Generationen ein gutes Leben in einer intakten Umwelt führen können. Dazu zählen die nachhaltige Nutzung von Meeren und Ozeanen, der Erhalt von Ökosystemen und Biodiversität, die Bekämpfung des Klimawandels sowie ein nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen.
  • Wohlstand für alle fördern (Prosperity):
    Globalisierung gerecht gestalten

    Die Wirtschaft ist Wohlstandstreiber und Entwicklungsmotor. Das BMZ trägt dazu bei, allen Menschen weltweit die Chance zu bieten, am wirtschaftlichen, sozialen und technischen Fortschritt teilzuhaben. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum muss alle Menschen erreichen und ihnen eine menschenwürdige Arbeit und Beschäftigung bieten. Die Schere zwischen Arm und Reich darf dabei nicht noch weiter auseinandergehen.
  • Frieden fördern (Peace):
    Menschenrechte und gute Regierungsführung

    Alle Menschen sehnen sich nach einem Leben in Frieden, ohne Angst und Gewalt. Dazu braucht es friedliche, sichere und inklusive Gesellschaften. Das BMZ fördert in diesem Sinne gute Regierungsführung und stärkt die dafür erforderlichen Institutionen. Die Menschenrechte aller Mädchen, Frauen, Jungen und Männer sollen geachtet und geschützt werden.
  • Globale Partnerschaften aufbauen (Partnership):
    Global gemeinsam voranschreiten

    Der Erfolg der Agenda 2030 hängt in großem Maße davon ab, dass alle mitmachen – nicht nur Staaten und Organisationen, sondern jede und jeder Einzelne. Um die ehrgeizige Vision der Agenda 2030 zu verwirklichen, braucht es einen neuen Geist internationaler Zusammenarbeit. Eine neue globale Partnerschaft soll die für die Umsetzung der Agenda benötigten Mittel mobilisieren.

Quelle / weitere Infos der Bundesregierung:  http://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/index.html

Nachhaltigkeit einfach erklärt:

 

 

 

 

Europas Agrarpolitik ist mitverantwortlich

Liebe(r) Susanne Braun-Speck (E-Mail von der Deutschen Umwelthilfe)

in Amazonien und in vielen anderen wertvollen Waldgebieten Südamerikas wüten die schlimmsten Waldbrände seit mehr als 20 Jahren. Doch dabei handelt es sich nicht um eine Naturkatastrophe. Die Ursache liegt in politischen Fehlentscheidungen sowohl in Lateinamerika als auch bei uns, und in der menschlichen Geldgier. Durch Brandrodungen werden neue Flächen für die Rinderhaltung und den Anbau von Soja für die Fleischproduktion in Europa geschaffen. Diese beiden Faktoren sind die wichtigsten Treiber für die Zerstörung der einmaligen Regenwälder Südamerikas. Der globale Anbau von Soja hat sich zwischen 1990 und 2018 mehr als verdoppelt, denn die Menschen konsumieren immer mehr Fleisch und Milch.

© pedarilhos / Fotolia

Die verheerenden Waldbrände in Amazonien dezimieren nicht nur die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt in der Region, sie setzen auch riesige Mengen des Klimagases CO2 frei, die die Erderwärmung weiter anheizen. Damit sind die Brände keine nationale Angelegenheit der südamerikanischen Staaten mehr, sie gehen jeden Menschen etwas an. Die Feuer am Amazonas sind ein weiterer Brandbeschleuniger für die Klimakatastrophe!

Helfen Sie jetzt!

Soja als Schlüsselstoff für Massentierhaltung in Deutschland

Warum wird für Sojaanbau so viel Fläche benötigt? Soja ist eine Eiweißpflanze der Subtropen. Brasilien und Argentinien als Hauptanbaugebiete produzieren allein fast die Hälfte des Sojas auf der Welt mit 170 Millionen Tonnen pro Jahr. Das pflanzliche Eiweiß wird vor allem in Form von Sojaschrot für Futtermittel exportiert. Dieses Futter ersetzt Eiweiß, das in Deutschland nicht angebaut wird und damit die gewaltige Fleischindustrie Deutschlands überhaupt erst ermöglicht.

Der wahre Preis des Schnitzels – die Natur zahlt drauf

Fleisch aus Deutschland ist beliebt auch wegen des niedrigen Preises. Große Mengen in Deutschland produzierten Fleisches werden zudem ins Ausland exportiert, vor allem nach China. 500g Schweinefleisch kosten oft nur um die zwei Euro. Diese Rechnung geht für die deutsche Fleischindustrie nur dann auf, wenn Nutztiere leiden und Südamerikas Natur draufzahlt.

© Sonja Birkelbach / Fotolia

Industrielle Landwirtschaft in der EU heizt Brandrodungen an

Die Agrarpolitik der EU trägt somit an der Zerstörung der einmaligen Natur in Südamerika eine große Mitverantwortung. Mächtige Verbündete im Europaparlament, in den europäischen Bauernverbänden und der Ernährungsindustrie verdienen mit industrieller Landwirtschaft und ihren billigen Produkten sehr viel Geld. Diese Form der Landwirtschaft setzt auf große Agrarkonzerne statt auf bäuerliche Familienbetriebe und fördert Masse statt Klasse. Das Ergebnis sind viel zu viele Nutztiere auf viel zu kleiner Fläche. Nicht nur das Tierwohl bleibt bei dieser Landwirtschaft auf der Strecke, die gigantischen Mengen an Gülle und Tierkot verseuchen das Grundwasser und belasten die Umwelt. Ungefähr ein Drittel aller Grundwasser-Messstellen in Deutschland weisen zu hohe Belastungen mit schädlichem Nitrat auf. Nitrat, das hauptsächlich aus der Tierhaltung stammt.

Wir kämpfen für entwaldungsfreie Lieferketten

Wir engagieren uns gegen eine naturzerstörerische Agrarwirtschaft und haben daher 2018 das Bundeslandwirtschaftsministerium wegen des Verstoßes gegen die Nitratrichtlinie verklagt. Wir setzen uns für eine ökologische Landwirtschaft ein, die nur so viele Tiere hält, wie Natur und Böden verkraften. Die Zertifizierung für Agrarrohstoffe aus dem Ausland kann ein Weg sein, Entwaldung auszuschließen. Beim Palmöl sind wir bereits aktiv und unterstützen Deutschland beim Ziel, bis 2020 nur noch zertifiziertes Palmöl zu beziehen. Ähnlich wie beim Palmöl kann auch zertifiziertes Soja ein Mittel sein, um sicherzustellen, dass keine Entwaldung beim Anbau stattgefunden hat. Wir setzen uns außerdem dafür ein, dass die unsinnige Beimischung von Palm- und Sojaöl zum Dieseltreibstoff umgehend beendet wird. Der Regenwald gehört nicht in den Tank! Bitte werden auch Sie aktiv und helfen Sie uns, diese Arbeit konsequent weiterzuführen. Werden Sie Teil der Deutschen Umwelthilfe – als neues Fördermitglied!