von Lina Bande (NDR)

Bequeme orangefarbene Drehstühle statt den alten, knarzenden Holzmodellen. Kreide und Schwamm haben ausgedient, dafür hängen in allen Klassenräumen interaktive Tafeln. Die Gemeinschaftsschule Mildstedt in Nordfriesland ist mittlerweile ziemlich gut ausgestattet. Da muss Uwe Carstens erst mal seinen Blick schweifen lassen. So sah es zu seiner Zeit als Schulleiter in Langenhorn noch nicht aus.

Erst in der Schule Hochdeutsch gelernt

Der 86-Jährige ist in Wanderup aufgewachsen, wurde während des Zweiten Weltkriegs eingeschult. „Bi uns wurr blots Plattdüütsch schnackt, ik hebb miene Öllern nie Hoochdüütsch schnacken hört. Un denn keem ik to School, un dor hett de Lehrer glieks seggt – mit Plattdüütsch is hier nix, du schasst man Hoochdüütsch lehrn“, erzählt er. („Bei uns wurde nur Plattdeutsch gesprochen, ich habe meine Eltern nie Hochdeutsch reden hören. Und als ich zur Schule kam, hat der Lehrer direkt gesagt – mit Plattdeutsch ist hier nichts, du musst Hochdeutsch lernen.“)

Schlechtes Image wurde verbreitet

Bei Uwe Carstens zu Hause wurde aber weiterhin Platt gesprochen. Das sei dann irgendwann richtig verpönt gewesen, erinnert er sich: „Dor wurr behauptet, all de wat Plattdüütsch schnacken doon, de hebbt nich so veel in’n Kopp. Un dat is völliger Unsinn. Wer wat in’n Kopp hett, wart dat dör’t Plattdüütsche nich verleren!“ („Es wurde behauptet, dass alle, die Plattdeutsch reden, nicht so viel im Kopf haben. Und das ist völliger Unsinn. Wer was im Kopf hat, verliert das durch’s Plattdeutsche doch nicht.“)

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